Der G’spritzte

Es gibt kaum ein Getränk, das dem Sommer besser steht als der G’spritzte. In Österreich erfunden, ist auch hier die Kultur rund um dieses Getränk am weitesten entwickelt.

Eine Runde von vier Menschen beim G'spritzter-trinken
©️ ÖWM/Manuel Zauner

Der G’spritzte ist Gesetz

Diskussionslos gestaltet sich das Mischverhältnis, denn als inoffizielles Nationalgetränk der Österreicher hält der G’spritzte heute sogar einen eigenen Paragraphen in der nationalen Weinbezeichnungsverordnung parat: Demnach muss ein „G’spritzter“ aus mindestens 50 % Wein und daneben aus höchstens 50 % Soda- oder Mineralwasser bestehen. Nur der Sommerg’spritzte begnügt sich mit einem Teil Wein und drei Teilen Wasser.

Der G’spritzte passt immer...

Anlässe um einen guten Gspritzten zu trinken gibt es viele bis unzählige. Einige hier aufgezählte Gründe mögen die Lust auf das stilvolle und unkomplizierteste aller österreichischen Prickelweingetränke steigern: wenn Erfrischung angesagt und das nächste Badewasser weit ist, wenn die Wirkung des Weins zwar einsetzen soll, aber schön langsam und gut abgefedert durch den gleichzeitigen Konsum des Wassers, als Apero im Beisl oder zum Drüberstreuen im Haubenrestaurant, beim Heurigen sowieso, auch während des Essens und danach, allein, zu zweit und überhaupt bei Durst auf Österreich.

Ein Liebesgedicht an den G’spritzten...

Wahl von Wein & Glas

Die unverzichtbare Basis eines gelungenen Gspritztennämlich rescher, sauberer Weißwein von leichter Statur – findet sich in ganz Österreich. Ob Grüner Veltliner oder WeißburgunderWelschriesling oder Gemischter Satz: Ihre unbändige österreichische Frische ist im spritzigen Zusammenspiel mit Sodawasser Trumpf und lässt jeden „Pino Kritscho“ in die Knie gehen. Schon gar nicht mithalten kann dieser, wenn der G’spritzte mit einem Muskateller oder Sauvignon Blanc eine Spur gschmackiger über den Gaumen zieht. Roséfarben macht sich die beerig-frische und in dieser Saison besonders trendige Variante aus duftigem Roséwein und Sodawasser schon von Weitem auf den Tischen vieler Szene-Schanigärten bemerkbar.  

Wie wird der Gspritzte serviert? Ein Gspritzter-Henkelglas hat natürlich den Vorteil, dass es aufgrund der stärkeren Glaswand das Vierterl im Inneren länger kühl hält als ein dünnwandiger Verwandter. Doch kommt das klassische G’spritzter-Glas mit Stiel etwas eleganter daher und macht sich an einem schön gedeckten Tisch eben etwas sti(e)lvoller. Ein Universal-Weinglas macht selbstredend auch gute Figur.

Ein volles G'spritzter-Glas auf einem Heurigentisch
©️ ÖWM/Manuel Zauner

Eine Frage der Philosophie

Wie aber „baut“ man einen G’spritzten? Die Frage der Mischungsreihenfolge - zuerst Wein oder Wasser? - spaltet die G’spritzter-Community immer wieder aufs Neue. Während das hedonistische Lager dem Wasser Geschmack verleiht und den Wein folgerichtig als Zweites ins Glas gießt, argumentiert das linguistische Lager entwaffnend simpel, dass für einen G’spritzten ein Element (Wein) mit einem anderen Element (Wasser) gespritzt werden muss, was wiederum automatisch die Reihenfolge vorgibt. Nahezu unversöhnlich stehen sich die beiden Philosophien gegenüber, lassen aber von Zeit zu Zeit Verbrüderungstendenzen erkennen. Meist, munkelt man, bei einem G’spritzten.

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